Freitag, 23. März 2007

Simon & Garfunkel

Heute sind die Altmeister des schwungvollen Gitarrenfolkpopdings dran: Simon & Garfunkel. Ihr wisst wie es abläuft. Wir, also Matthias, Sebastian und ich, nehmen uns eine Best-of vor und kommentieren jedes Stück gnadenlos aber auch mit Liebe. Los geht´s.

Wednesday morning, 3 a.m.

Sebastian: Das ist mein Lieblingssong. ich klink mich aus.
Sacha: Ich klink mit. Das ist wieder diese verdammte "Der beste Song als erstes"-Politik der Krakenfirmen.
Matthias: Ich bin absolut schockiert. Ich dachte, ich sei mit Simon & Garfunkel aufgewachsen aber ich kenne dieses Stück nicht.
Sacha: Das ist auch eine ganz andere Version, als auf dem Originalalbum.
Sebastian: She´s soft, she´s warm...
Matthias: Absolut gruseliger Text...
Sacha: Find ich auch. Die Geschichte ist ja ziemlich übel, er ist ein Räuber und verlässt seinen One-Night-Stand...
Sebastian: Alter Strandpirat.
Sacha: Ne, ernsthaft mal.
Matthias: Tolles Picking.

Stück läuft zum dritten Mal

Matthias: Es ist eigentlich zu früh. Aber was ist eigentlich aus Edie Brickell geworden, nachdem sie Paul Simon geheiratet hat.

Wir schauen im Internet nach

Matthias: Ich fand ja die erste Platte toll. Neben Cure war das ja die Platte meiner Jugend.

Das Stück läuft zum vierten Mal.

Sebastian: Wintermoonlight...

The Sound of Silence

Matze: Bei ABBA hab ich ja schon behauptet, dass nur Nicht-Muttersprachler so seltsam betonen aber Scheiß drauf, siehe Grönemeyer.
Sacha: Ich mag den Song auf eine seltsame Art und Weise.
Sebastian: manche Sachen muss man einfach auch mal kritiklos anhören. Wunderschön.
Sacha: Bei A-HA durfte ich nicht einfach nur mal so kritiklos anhören, du Schuft.
Matze: Oh doch!
Sebastian: Oh doch!
Sacha: Das ist ja leider so ein Abisong geworden, den die Englisch-LKs zum Interpretieren bekommen.
Matze: Ich musste ja so Shakespeare. Ich kenn mich recht gut aus mit dem Elisabethanischen Zeitalter.
Sebastian: Ich hab mir vor kurzer Zeit noch mal die Reifeprüfung angeschaut. Schockierend gut.
Sacha: Mag sein.
Matze: Jaja...so sagt man wohl.
Sebastian: Ne, echt, da is so viel drin.
Sacha: Mag sein.

Homeward Bound

Sacha: Eine der wenigen Bands, bei deren Songs ich wirklich mitsingen kann. Aus tiefstem Herzen. Unglaubliche Lyrics.
Matze: Obwohl über Frauen gesungen wird.
Sebastian: Das nimmt so schön Fahrt auf.
Sacha: Vielleicht sind sie aber trotz Frauenansingen auf eine Art und Weise asexuell. Weißte was ich mein? Bei den Beatles hab ich viel mehr das Gefühl, dass sie Frauen ansingen als bei S&G.
Matze: Völliger Quatsch. Denn was hier besungen wird ist eigentlich das typische Hausfrau-wartet-auf-den-Mann-Klischee.
Sacha: Ja aber spricht das dagegen, dass die Beatles für mich eher...nein, anders: Beatles machen Musik für Frauen und S&G machen Musik für Männer aber softe Musik, macht sie das zu Vorreitern einer Geschlechterfrage, wie sie in den 90ern behandelt wird. Sind die Männer bei S&G metrosexuell?
Sebastian: Die Diskussion ist Quatsch. Ich sag das jetzt einfach mal so...Die stehen an der Straße, Daumen raus und der eine hat so einen Schnurrbart.
sacha: Aber sie fahren immer Zug. Im ersten Stück und auch hier hat es eher Bahncharakter.
Sebastian: Ich adaptiere das ja auch gerne in die heutige Zeit...

Das Stück läuft zum fünften Mal.

Sebastian: Für mich hat das hier, unter diesen Umständen Autocharakter. Basta!

Kathy´s Song (in concert)

Matze: Dazu kann ich überhaupt nichts sagen. Ich habe früher Mixtapes verschenkt die "Meine Schönsten" hießen. Und mit selbstaquarellierten Cover versehen waren. Zehnte Klasse. Ich sag nichts mehr.
Sebastian: Du könntest hier Romane schreiben...
Sacha: Ich finde alle Stücke bisher überdurchschnittlich gut.
Sebastian: Und so geht das immer weiter.

Pause

Sebastian: Vielleicht ist es die akustische Gitarre die uns in die emotionale Irre führt.
Sacha: Ja...
Sebastian: Verstehste. das ist so dieses: Wir sind zusammen und ich erzähl dir was.

Pause

Pause

Sebastian: Solche Stücke zu schreiben und zu singen...das ist wie ein böser Fluch. Oder?
Matze: Nein.

Pause

Sacha: Verdammt, die sind so perfekt.
Sebastian: Die appelieren an unsere Kindheit und unsere JUGEND. Kinderlied und erste Liebe.

I am a rock

Sacha: Es tut mir leid aber mir fehlen die Worte. zu denen kann man nichts sagen.

Pause

Sebastian: Trotz funky Orgel...yippieh ay yeah...

Pause

Matze: Der S&G-Song, der mich am meisten an Bob Dylan erinnert. Like a rolling stone.
Sacha: Vielleicht ist es ein Referenzsong? Stone and rock.
Sebastian: Ich mag das Ende gern. And an island never cries.

Pause

For Emily, whenever I may find her (in concert)

Sebastian: Das singt kein Mensch. Das Singt kein Mensch!!!
Sacha: Da hört man den Anfang und will dass er niemals aufhört.
Sebastian: Das ist kathedral aber im positiven Sinn.
Sacha: Wie er auf dei Gitarre einschlägt ohne zu schlagen. Ein softes Schlagen.
Sebastian: Engelsflügel.
Sacha: I kissed your honeylips...Irre.
Matze: Gerade wo es pathetisch wird...fertig!!!

Scarborough Fair/Canticle

Matze: Es klingt lächerlich aber durch diesen Song habe ich angefangen, mich für Kräuter zu interessieren. Und für Cemballo.
Sebastian: Mein Lieblingskraut ist Thymian.
Matze: Meines ist Petersilie.
Sebastian: Aber nur die Glatte.
Matze: Meine Oma sagt immer: Mit Petersilie kannst du aus Scheiße ein Beefsteak machen.
Sebastian: Deine Oma ist eine kluge Frau.
Sacha: Das hat aber nun rein gar nichts mit dem Song zu tun.
Matze: Woher weißt du das?
Sebastian: Du isst doch immer nur Toastwurstbrot.
Sacha: Stimmt gar nicht.
Sebastian: Schnitzelbrötchen.
Matze: Schnitzelbaguette.
Sacha: Die Luft ist raus.
Sebastian: Wir hören das Stück auch schon zum zehnten Mal.

The 59th Street Bridge Song (Feelin´ groovy)

Matze: Mein Vertrauenslehrer am Gymnasium hat immer gesagt: das Wort groovy gibt es gar nicht. Er bezog sich explizit auf diesen Song.
Sebastian: Irre kurzer Song.
Sacha: Wollt grad sagen,...
Matze: Ich finds genial. Weil, es geht um einen Moment. Um einen Moment ohne...

Seven o´clock news/ Silent Night

Matze: Etwa 8000 Prozent zu plakativ.
Sacha: Schon...
Sebastian: Yap.

A hazy shade of winter

Matze: Ein Beatles-Song.
Sacha: Das haben mal die Bangles gecovert. Für einen Film nach einem Bret Easton Ellis-Roman. Toll, oder?
Sebastian und Matze: Nö...

Pause

Sacha: Nach so vielen Superhits kommt der nicht so richtig mit. Der ist für sich alleine bestimmt toll aber in so einer Sammlung geht er etwas unter.
Matze: Hier kommt auch die erste Hookline von der Gitarre und nicht vom Gesang. Es fängt an wie ein Rockgitarrenriff...
Sebastian: Ich werde jetzt gerade ein bisschen müde.

El Condor Pasa

Sacha: Find ich doof. Fand ich schon immer doof. Blöde Panflöten.
Sebastian: Aber geiles Gejodel. San Fernando.
Matze: Ich fand den schon immer toll. Dieser Inka-Kram, Werner Herzog, Klaus Kinski, Machu Pichu, dieser ganze Kram...
Sebastian: Außer Werner Herzog...Yup.
Matze: Banause.
Sacha: Banane!

Mrs. Robinson

Sacha: Langweilig.
Sebastian: Find ich doof, dass der so oft gecovert wird.
sacha: ich kenne nur eine Coverversion.
Sebastian: Unscheinbar. Die hat nichts.
Matze: Bullshit. Ihr habt beide keine Ahnung.
Sebastian: Du hast nicht mal den Film gesehen.
Sacha: Du und dein blöder Film immer...
Sebastian: Gar nicht blöd...
Sacha: Dann sag mir jetzt mal fünf andere Coverversionen außer die von den Lemonheads, die ja wohl jeder Assi kennt.

Sebastian schweigt, schmollt und geht den Film noch mal durch.

Sacha: Siehste.
Sebastian: Siehste Siehste Siehste.
Matze: Hörzu.

America

Sebastian: Kennt ihr die Szene in Almost Famous?
Sacha: Nö.
Sebastian: Die Tochter will gerne Stewardess werden und verlässt deshab ihr zu Hause. Als Erklärung ihrer Absicht legt sie diesen Song auf und schweigt.
Sacha: Das kann ich mir gut vorstellen.

Pause

At the Zoo

Sebastian: Ich war schon lange nicht mehr im Zoo.
Sacha: Eher so ein Gagsong, oder?
Sebastian: Glaub ich nicht. Das ist mehr so Zoo.
Sacha. Gibt es einen Zoo in New York?
Matze: Ich les ja gerade John Irvings Lasst die Bären los. Es geht darum, Zootiere in Wien frei zu lassen.
Sebastian: Geil, Wien.
Matze: Schönbrunn.
Sebastian: Jaja.

Old friends

Sacha: Toll. Toller Text. Sat on the park bench like bookends.
Sebastian: Musikalisch toll umgesetzt. (Sebastian ist betrunken)

Bookends Theme

Sebastian: Meg Ryan trifft E.T. im Park.
Matze: Ich wollte mich in der dritten Klasse als E.T. verkleiden aber es ging nicht.
Sebastian: Und ich als Meg Ryan.

Cecilia

Sebastian: Wer ist eigentlich Cecilia?
Matze: Also ich kenne eine Cecilia, die letzte lebende Kommunistin im Artists Unlimited Haus. Hat in den neunziger Jahren in der Hafenstraße gelebt und macht Wandbilder.
Sebastian: So klingt das auch.
Matze: Das ist gemein.
Sebastian: Aber wahr.
Matze: Nein.
Sebastian: OK.

The Boxer

Sebastian: Ich wollte als Kind Boxer werden. mein Vater war Amateurboxer und ich habe am Sandsack trainiert. Schöne Kindheit.
Matze: Ich mag das Saxophon.
Sebastian: ich mag dich.
Matze: Die erste 80er-Jahre-Snaredrum, die wir bisher gehört haben. Und es sind noch nicht mal die 80er. Zu dem Zeitpunkt. Und wieder das Eisenbahnthema.
Sacha: Endlich mal Substanz.
Sebastian: Das hat etwas Mystisches. Man verliert den Überblick bei denen.
Sacha: Ich mag das Stück zum Ende, wenn alles einsetzt.
Sebastian: Das hat so was A-HA-dramatisches.

Bridge over troubled water

Matze: Is mir zu musicalmäßig.
Sebastian: Schön gesungen aber dieses gospelmäßige is too much.
Sacha: Mir is mittlerweile alles egal. Bin ich als einziger total müde geworden.
Sebastian: Deine Müdigkeit macht mich wach.
Sacha: wwwhrggggrrrrggg...
Sebastian: ich wollte, bevor das hier alles komplett endet, den Roman Der Fänger im Roggen erwähnen.
Sacha: GÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHNNN....!!!!!!!!!!! Hiermit geschehen.

Song for the asking

Sacha: Perfekt fürs Ende. Song for the asking ist genau das, womit einen diese Best-of-Zusammenstellung zurück lässt. Asking. Oder?
Sebastian: Was?

Wir hören den Song bis zum Ende. Ohne Quatscherei. Hats euch Spaß gemacht? Uns schon. Schaut auch nächstes Mal vorbei, wenn wir voller Elan eine andere CD besprechen. Gute Nacht.

Ach, ja! Auch toll: Beatles, ABBA und A-HA.

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