Sonntag, 8. April 2007

Münchener Freiheit

Mittlerweile warten die Menschen im Netz schon darauf. Unsere regelmäßigen witzigen wie auch belehrenden Besprechungen besonders guter Best-Of-Platten. Nach den Beatles, ABBA, A-HA und Simon & Garfunkel, sind heute mal die Boys von der Münchener Freiheit dran.

Ohne dich

Sacha: Ich sags mal gleich frei raus. Ich bin ein Riiiiiiiiiiiiiiesenfan von den Jungs. Ehrlich.
Sebastian: Bevor er anfängt zu singen, macht man sich auch schon mal Gedanken.

Pause

Sebastian: Leinewebermarkt. Ich war das erste Mal verliebt und saß im "Schmetterling" und dieses Lied lief. Alles andere ist Geschichte.

Matthias zuckt mit den Schultern.

Sacha: Ich werde im Laufe dieser CD mehrmals darauf eingehen, dass man Lieder der MF gerade auch als Homosexueller besonders gut hören kann. Ich sag aber bescheid, wenn es soweit ist.
Sebastian: Das ist so sehr meine eigene Geschichte, dass ich nicht weiß, ob das Lied überhaupt gut ist.
Sacha: Das ist ein Lied, das einfach alles sagt. Es ist so rein und jedes Wort stimmt und auch der Inhalt ist so wahr.
Sebastian: Auf dem Land und auch in der Stadt.
Sacha: Es ist zeit- und ortlos. Und glücklicherweise singt Stefan auch nicht eine Frau an. Also nicht explizit.
Sebastian: Stefan ist voll ehrlich.
Sacha: Ehrlich drückt es am besten aus.
Sebastian: Danke.

Matthias zuckt immer noch mit den Schultern.

Sacha: Das ist Selbstaufgabe pur. Aber nicht so, dass man keinen Respekt mehr vor Stefan hätte. Es ist eine sehr reine Selbstaufgabe. Liebe irgendwie. Wie geht das?

Sebastian singt den Refrain mit. Er interpretiert ihn auch neu. Die ersten SMS treffen ein. Bezüglich unserer Bandauswahl. Medienübergreifendes Musikhören.

Liebe auf den ersten Blick

Sebastian: Blumfeld haben das nie geschafft. Und sind jetzt zerbrochen.
Matthias: Ich sage euch, woran es liegt, MF waren interessanter produziert.
Sacha: Die Refrains brechen immer so in die...

Pause

Sacha: Das ist ja schon eher Schlager aber ich komme gut klar damit.
Sebastian: Wenn man verliebt ist, ist man ein kleines Mädchen.
Sacha: Du bist auch nicht verliebt wie ein kleines Mädchen, hihi...

Matthias zuckt nach wie vor mit den Schultern.

Matthias: Es ist halt guter Powerpopschlager.
Sacha: Mit rockiger Rockgitarre.
Matthias: Powerpop.
Sebastian: Die wollen so richtig Liebe auf den ersten Blick.
Sacha: Zu mir soll er aber auch kommen...

Tausendmal du

Sebastian: Ui, uiuiuiuiuiuiuiiiii...
Sacha: Der Anfang verspricht immer so viel aber er hält es, gottverdammt, auch.
Sebastian: Das ist der Trick bei den Songs. Man verliebt sich sofort und nach drei Minuten ist alles aus.

Sacha lacht lauthals auf. Er erkennt die Wahrheit.

Matthias: Ich finde Billy von Tokio Hotel singt manchmal genauso.

Sachas Lachen verstummt.

Sacha: Ich wollte es ja anmerken: hier wird wieder keine Frau angesungen. Wisst ihr was das für einen jungen, verwirrten Jungen vom Land bedeutet?
Matthias: Powerpop?
Sacha: Nein, das bedeutet, dass er noch verwirrter wird.
Sebastian: Ich war auch verwirrt.
Sacha: Ich war aber verwirrter. Das lass ich mir nicht wegnehmen.
Sebastian: Du warst auch schwuler.
Sacha: Du ja wohl auch...
Sebastian: Stimmt! Aber mit Mädchen.
Sacha: Mädchenmädchenmädchen...
Sebastian: Jungsjungsjungs...

SOS

Sebastian klatscht mit. Nur nich im Takt.

Sacha: Ich fühl mich auch isoliert.
Sebastian: Kaum zu glauben, dass das nach denen niemals eine deutsche Band besser gemacht hat.
Sacha: MF sind die wohl englischste Band unter den Deutschen, weil sie einfach perfekte zeitlose aber auch etwas kitschige Musik machen. Versteht ihr?
Sebastian: Ja!

Matthias schnauft, neben dem Zucken. Hoffentlich geht es ihm gut.

Herzschlag ist der Takt

Sacha: Das ist nicht sooo toll. Vor allem der Refrain geht irgendwie gar nicht so toll. Ah, rosarot! Habtagehört? Rosarot. Die sind doch schwul.
Sebastian: Machen sich doch nur beliebt bei den Frauen. Voulez-vous und ich tanz dazu...so hab ich das immer verstanden.
Sacha: Boogieboo, oder?
Sebastian: Hauptsache tanzen. Tanzen ist voll cool.

Wir tanzen eine Runde zu Herzschlag ist der Takt.

Es gibt kein nächstes Mal

Sacha: Ihr feinster Moment.
Sebastian: In meiner Erinnerung hatten die weniger Hits.
Sacha: Das geht mir auch immer so, wenn ich diese CD höre. Das hört nicht auf.

Pause

Sacha: Der Traum hält nicht, was er verspricht. Toll!!!
Matthias: Hier, wieder Bill. A-HA waren einfach die besseren A-HA.

Längere Pause

Matthias: Übrigens, Yamaha DX7. Die ganze Zeit. Alles.
Sacha: Stimmt irgendwie.
Sebastian: Jau, voll.
Matthias: Ihr Schweine.

Herz aus Glas

Sebastian: Frühe Jugend. Einfach nur geiligeil.
Matthias: Da war ich schon alt.
Sebastian: Einfach nur verglüht.
Sacha: So wie Kurt Cobain. Der ist ja auch tot.
Sebastian: Der war auch in der Bravo.
Sacha: Toller, toller Refrain.
Sebastian: Textlich kacke aber tolle Melodie.
Matthias: Beatleszitat.
Sacha: WAS???

Matze spult zum Beatleszitat zurück.

Sacha: Naja...
Sebastian: Ich sitz immer noch im "Schmetterling".
Sacha: Komm zurück!
Sebastian: Ich fliege bis zum Horizont.
Sacha: Tschüssi!
Sebastian: Ich hab dich lieb.
Sacha: Tschüssi!
Sebastian:...

Oh, Baby

Matthias: Wie bei Sasha als er Dick Brave sein wollte. Nur haben die sich leider nicht umbenannt. Was ich aber eigentlich ganz sympathisch finde. Aus welchem Zeitraum sind die Stücke, die wir bisher gehört haben?
Sacha: 84 - 91.
Matthias: Ich finde, dass man musikalisch keine Veränderung feststellen kann.
Sacha: Verdammt, du hast Recht.

Sebastian ist immer noch auf Toilette. Schon das ganze Stück lang. Wir hören es zum zweiten Mal.

Ich will dich nochmal

Matthias: Schrecklich.
Sebastian: Unerträglich.
Sacha: Früher Sprechgesang. 1989. Noch vor der Wiedervereinigung.
Matthias: Stellt euch mal vor, das würde von Tokio Hotel gecovert.
Sebastian: Klare Nummer Eins.
Sacha: Obwohl es schrecklich und unerträglich ist und zudem auch noch sprechgesungen wird, bleibt es im Ohr.
Sebastian: Vielleicht in deinem.
Sacha: Ja!
Sebastian: Ich glaube, die haben das wirklich ernst gemeint.
Sacha: Klar, ich meine es auch immer ernst.
Sebastian: Stimmt, ich ja auch.
Sacha: Es ist nicht genug, nur davon zu träumen. das gefällt mir. Echt. Echt. das Ende ist total ELO. So hochgehen mit den Tönen.
Sebastian: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Zeig mir die Nacht

Sebastian: Die MF hat Urlaub in Berlin gemacht. Naja.
Sacha: Wo kommen die eigentlich her?

Pause

Sebastian: So rotzig können die nicht.

Pause

Matthias macht Geräusche.

Pause

Sacha: Schrecklicher Text.
Sebastian: Das braucht kein Mensch.
Sacha: Echt keiner.

Bis wir uns wiedersehen

Matthias liest während dieses Songs das Interview mit Jonathan Meese in der neuen Testcard.

Sebastian: Hypekacke. (bezüglich Jonathan Meeses)
Sacha: Toller Song. Gibts nichts gegen zu sagen. Gar nichts.
Sebastian: Super Song.
Sacha: Solche Songs könnten Tokio Hotel weder covern noch schreiben.
Sebastian: ...noch träumen.
Sacha: Manchmal fühl ich mich allein...
Sebastian: Weite Ferne und doch so nah. Ich war mal unsterblich am Gardasee verliebt. Und hatte dort meinen ersten Sex.

Pause


Sebastian: War toll.

Pause

Sebastian: Ganz ok.

Pause. Wir müssen erst mal runterkommen.

Sacha: Auch wenn ich fühle, frei zu sein. Denn irgendwo in dieser Nacht, bin ich vor Sehnsucht aufgewacht.
Sebastian: Gott, hab ich geheult. Der Himmel geht auf und alles fliegt weg.
Sacha: Hülfe!!!

Matthias hat einen interessanten Punkt der Meditation erreicht.

Ich steh auf Licht

Sacha: Kotzikotz.
Sebastian: Wieder so ein Experiment.

Sacha lacht diabolisch.

Sebastian: Wieder Berlin?
Sacha: Sie stehen auf elektrisches Licht.
Sebastian: Im Dunkeln ist gut...

Pause

Matthias: Ist das nicht im Original von Tokio Hotel.

Rumpelstilzchen

Sebastian: Ostrock.
Sacha: Hier geht es ausnahmsweise tatsächlich mal um Frauen. Das ist aber auch ein sehr frühes Stück. Ich würde die Geschichte von der MF als Coming Out-Story bezeichnen.
Matthias: Ich kann mich dran erinnern, dass ich das als Kind gehört habe und total verwirrt war und es scheiße fand.
Sebastian: Warum ist das auf einer Best-Of?
Matthias: Weil die 74 Minuten vollkriegen mussten.
Sacha: Topp!
Sebastian: Weiter!!!

Verlieben verlieren

Sebastian: Wieder mal die Prinzen. Aber mit Länge des Stückes großer Hit.
Sacha: Naja, großer Hit?

Pause

Matthias: So irrsinnig können meine Schultern gar nicht zucken...
Sebastian: Großer Hit. In meiner winzig kleinen und unbedeutenden Epoche war das ein Hit.
Matthias: Beatleszitat.
Sacha: Tatsächlich.
Sebastian: Wer waren eigentlich diese Beatles?

Pause

Matthias: Wer hat bei denen eigentlich die Songs geschrieben?
Sebastian: Sebastian Krummbiegel. Nur Spaß.
Sacha: Ich hab mal nachgeschlagen: Fast alles Zauner-Strobel.
Sebastian: Der Strobel, der Strobel...

Sacha interpretiert den Song mit Quietschstimme. Alle finden es toll.

So heiß

Sacha: Klasse Song. Da geh ich voll ab. Aber so was von. Scheiße. Wie geil.
Sebastian: Blumfeld sind doch gar nicht so schlecht.
Matthias: Blumfeld sind etwa achttausendmal so gut.
Sacha: Da ist ja wohl so eine verdammte Scheißpower dahinter...
Sebastian: Blumfeld, ne?
Sacha: Ihr könnt mich mal...
Sebastian: Und Tocotronic erstmal. Die sind ja voll geil.

Notiz für uns: Tocotronic bietet sich auch mal an. Zum Besprechen.

Komm zurück

Sacha: Voll die Bowie-Gitarre.
Matthias: Wieder heiß.
Sebastian: Voll Bowie.
Sacha: Aber toll. Und was für ein riesen Publikum.
Sebastian: Das ist voll MF.

Pause

Sebastian: Großer Hit ist das aber nicht.
Sacha: NATÜRLICH!!!

Das Lied läuft kommentarlos weiter. Es ist schon ein harter Kampf, sich mit moderner Musik auseinanderzusetzen.

Viel zu viel

Matthias: Muckerscheiß. (Dabei spielt Matthias mit seiner Zunge)
Sebastian: Warum heißt das "Best-Of"?
Sacha: Na, so schlimm ist es auch nicht.
Sebastian: Schon.
Sacha: Es wir mir viel zu viel.
Sebastian: Mir auch.

Du bist Energie für mich

Sacha: Der beschissenste Songtitel ever.
Sebastian: Vielleicht war das Wort Energie früher noch nicht so beladen.
Sacha: In den 80ern???
Matthias: Ich finde die Claps rührend.
Sebastian: Die möchten versöhnlich sein. Der Song ist aber nicht gut.
Matthias: Der Song ist so KARAT. So, über Sieben Brücken musst du gehen.

Baby Blue

Sacha: Da haben sie so auf New Wave gemacht. Schrecklich.

So lang man Träume noch leben kann

Sacha schreibt nicht mehr die wahllos reingerufenen Floskeln und Plattitüden auf.

Sebastian: Dochdoch!!!
Sacha: Das ist das London Symphonic Orchestra. Echt, jetzt.

Pause

Sebastian: Stellt euch mal vor. 1991 kooperiert das LSO mit Hannes Wader und Ralph Siegel unter der Regentschaft von Sacha Brohm. Gute Nacht.

Chris & Cosey

October Love Song als Video. Wunderschön. Natürlich auch mit Leder aber 1982 ist das ja fast noch ein Hingucker. Trotzdem: schön. Chris & Cosey haben auch Informationen. Kommen ja vom Industrial, da waren Informationen noch wichtig.
Schön auch die Version von Rework. Diese Seite ist das aktuellste, was ich über sie im Netz finden konnte.

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