Zu meiner Liste von Dingen aus dem großen Bereich des Pop, bei denen ich gerne dabeigewesen wäre, kommt heute ein Ereignis, bei dem ich bei aller Liebe auf keinen Fall gerne dabei gewesen wäre.
Ich habe gestern die Dokumentation über das
Altamont-Festival auf Arte gesehen. Dieses legendäre Konzert, das innerhalb weniger Tage im Dezember 1969 aus dem Boden gestampft wurde. Headliner waren die Rolling Stones. Aber es haben auch
Jefferson Airplane und die
Flying Burrito Brothers (ich bin ja ein großer Fan der beiden Gram Parson-Alben) gespielt.
Es ist eine ziemlich erschreckende
Doku, denn von Anfang an läuft alles schief. Es kommen viel zu viele Menschen, die Organisation hätte auch ich übernehmen können und von Stunde zu Stunde wurde die Stimmung aggressiver, gerade weil sich die Hell´s Angels als Ordner angeboten haben. Es wurde nur noch geprügelt und letztendlich wurde auch noch
jemand von einem Hell´s Angel erstochen. Die Hintergründe sind da immer noch nicht ganz geklärt.
Die Stimmung war seltsam durcheinander, zum einen waren da natürlich sehr viele Hippies, die immer noch mit dem Woodstock-Ideal im Kopf auf dieses Festival gegangen sind und zum anderen die sehr gewalttätigen Hell´s Angels. Und immer wieder prallten die aufeinander. Sogar die Bands wurden verprügelt. Die Dynamik, die dabei entstanden ist, wurde immer größer. Die Stones konnten kaum ein Stück spielen, ohne es zu unterbrechen.
Insgesamt sehr verheerend. Dass man sich das einfach so getraut hatte. Wie naiv die Organisatoren waren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Rolling Stones das gemacht haben, weil sie nicht bei Woodstock dabei waren.
Am Ende sieht sich Mick Jagger die Aufnahmen an, die dokumentieren, wie Hunter von einem der Hell´s Angels erstochen wird. Und man merkt, wie er überlegt und zweifelt.
Unbedingt anschauen! Das reicht auch. Wie gesagt, auf einer Liste von poppen Dingen, die ich gerne miterlebt hätte, ist das Altamont-Festival nicht dabei.
Brohm - 18. Jul, 09:25